Sea Academy

Hier kommt die Sea Academy zu Wort

Kapt. Thomas Awiszus

Kapt. Thomas Awiszus, Leitung Human Resources Sea und Beluga Sea Academy

„Die fortschreitende Globalisierung fördert den Welthandel, welcher wiederum zu weit mehr als 90 Prozent über den Seeweg betrieben wird. Dies hat international und bei Beluga Shipping im Besonderen einen strategischen Ausbau der Flottenstärke zu Folge, um der steigenden Nachfrage nach Mehrzweck-Schwergutfrachtern im Standard und Super Heavy Lift Bereich mit dem passenden Angebot begegnen zu können. Mehr Spezialschiffe bedeuten indes auch mehr Bedarf an hoch qualifiziertem Personal. Beluga Shipping kann zur Besetzung der führenden Positionen an Bord auf einen Kandidatenpool zurückgreifen, der stetig durch Nautiker, Techniker und Schiffsmechaniker gefüllt wird, die aus einer der so genannten Kaderschmieden – der Beluga Sea Academy oder dem neuen Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterMaritimen Kompetenzzentrum Elsfleth – entspringen.

Schon Ende der Neunziger Jahre war in der gesamten Seeschifffahrt der eintretende Personalmangel absehbar. Wir haben uns darauf rechtzeitig eingestellt und vorbereitet. Mittels einer Kooperationsvereinbarung mit der Seefahrtschule am traditionsreichen Standort Elsfleth wurden schon früh die ersten Weichen für eine nachhaltige, zukunftsfähige Zusammenarbeit gestellt. Seit 1999 verfolgen wir konsequent die Nachwuchsförderung, seit 2004 haben wir die Ausbildungsinitiative Sea Academy als eigene Abteilung fest in der Struktur der Beluga Shipping GmbH verankert. Die Sea Academy basiert auf praxisorientiertem Training und einer Arbeit der Kadetten, die in den realen Ablauf an Bord als fester Bestandteil integriert ist. Das bringt Fachkräfte hervor, die sowohl an Bord als auch an Land als hoch qualifizierte und seeerfahrene Arbeitskräfte entsprechend wirken können.

Um den Qualitätsstandard hoch zu halten und zugleich mehrere Kadetten in einem Durchlauf ausbilden zu können, haben wir eigens spezifische Räumlichkeiten an Bord einiger Frachter geschaffen und zusätzliches Personal eingestellt. Sechs speziell ausgestatte Ausbildungsschiffe sind mit einem eigenen Kadettendeck versehen, auf dem Unterkünfte für jeweils acht Kadetten, modernes Lernequipment und eine umfangreiche Bibliothek zur Verfügung stehen. Weitere solcher auf die Bedürfnisse der Kadetten hin konzipierten Frachter werden noch folgen. Ein eigens gemusterter Ausbildungsoffizier weist die Kadetten theoretisch ein, koordiniert sowie leitet ihre praktische Ausbildung an und steht ihnen als erster Ansprechpartner an Bord auch in persönlichen Belangen zur Seite.

Die Kadetten lernen Beluga Shipping und Beluga Shipping lernt seine Kadetten intensiv kennen – man weiß beiderseits um die Vorzüge. Davon profitierten alle Beteiligten, wenn die Kadetten nach ihrer Ausbildung fest übernommen werden und diesen besonderen „Beluga Spirit“ schon während der Trainingszeit kennen und schätzen gelernt haben.

Als Reederei profitieren wir vor allem von einem frühzeitigen Kontakt zu exzellent ausgebildeten Kadetten, an deren Anstellung wir nach Abschluss des Studiums natürlich interessiert sind. Übrigens: Sechs Ausbildungsschiffe sind nicht das Ende der Fahnenstange. Auch die nächsten Generation an Mehrzweck-Schwergutfrachtern, die ab 2009 ausgelieferten P-Serie, wird komplett mit einem X-Deck für Kadetten ausgerüstet sein.“  

Ralf Tewes, Ausbildungsoffizier bei der Sea Academy

„Als Ausbildungsoffizier kümmere mich ausschließlich um die Kadetten und deren Ausbildung an Bord. Meine Aufgabe ist es, die notwendigen theoretischen Kenntnisse im Unterricht zu vermitteln und praktische Übungen zu koordinieren und durchzuführen. Dafür sind besondere ‚soft skills’ gefordert, denn ich bin gleichzeitig Vertrauensperson und Ansprechpartner für acht junge Menschen, die sehr häufig zum ersten Mal für eine so lange Zeit von zu Hause weg sind.  

Jeder Kadett der Sea Academy muss ein straff organisiertes Lernprogramm absolvieren, für dessen erfolgreiche Umsetzung ich verantwortlich bin. Es verlangt unseren Kadetten einiges ab, denn sie sollen in der vorhandenen Zeit so viel wie möglich lernen. Wir möchten vor allem Selbstständigkeit und Eigenverantwortung fördern und herausbilden. Ein Beispiel: Als Stationsleiter an Deck müssen die Kadetten zeigen, dass sie in der Lage sind, schnell zu reagieren, Entscheidungen zu treffen und andere Mannschaftsmitglieder anzuleiten. Im gesamten Auftreten ist der persönliche Reifeprozess der Kadetten während der sechs Monate an Bord unübersehbar.  

Nach meiner Erfahrung erledigen Frauen die Arbeiten an Bord genau so gut wie Männer, denn wichtiger als Körperkraft sind Engagement und Überblick. Aber auch Anpassungs- und Kompromissfähigkeit gehören zu den unverzichtbaren Charaktereigenschaften von Seefahrern. Eigenbrötler und Einzelspieler haben es schwer auf See.“

Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterExpertenrunde: Nachwuchsförderung in der Schifffahrt

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